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Statistiken
Umweltauswirkungen von Kohlekraftwerken in Deutschland

Kohlekraft­werke zählen zu den größten Verursachern von Umwelt­schäden in Deutschland. Bei der Strom­erzeugung betrugen die Kohlen­dioxid­emissionen im Jahr 2011 insgesamt 304 Mt. Das entspricht 38 % des deutschen Kohlen­dioxid­ausstoßs. Der überwiegende Anteil davon stammte von den deutschen Braun- und Steinkohlekraftwerken. Damit sind die Kohlekraftwerke in Deutschland entscheidend für den verursachten Treibhauseffekt verantwortlich.

Kohlekraftwerke erweisen sich auch zunehmend als Bremsklotz für eine schnelle Energiewende. Vor allem Braunkohlekraftwerke arbeiten oft als Grundlastkraftwerke und sind nur eingeschränkt regelbar. Damit können sie mittelfristig nicht die notwendige Reservekapazität für eine Energieversorgung mit einem hohen Anteil fluktuierender Photovoltaik- und Windkraftwerke liefern.

Neben klimaschädlichem Kohlendioxid emittieren Kohlekraftwerke auch eine ganze Palette anderer Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid, Quecksilber oder Arsen. Kohlekraftwerke sind dabei für einen Großteil aller Quecksilberemissionen in Deutschland verantwortlich. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 5400 kg Quecksilber emittiert. Alleine das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in der Nähe von Cottbus in Brandenburg emittierte davon 592 kg. Die Schadstoffe sind für eine Vielzahl an Erkrankungen und auch Todesfälle verantwortlich. Nach einer Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2013 gingen rund 3100 frühzeitige Todesfälle in Europa auf das Konto der deutschen Kohlekraftwerke.

Das Kraftwerk Jänschwalde ist dabei das deutsche Braunkohlekraftwerk mit den höchsten Emissionen. 373 Todesfälle sollen laut Greenpeace-Studie allein durch den Schadstoffausstoß dieses Kraftwerks entstehen. Exemplarisch werden daher im Folgenden Umweltdaten des Kraftwerks Jänschwalde näher vorgestellt.

Wegen den enormen Auswirkungen auf den Treibhauseffekt, dem massiven Schadstoffausstoß und den damit verbundenen enormen Gesundheitsschäden sollte eine verantwortungsvolle Energie- und Umweltpolitik den schnellstmöglichen Verzicht der Kohlenutzung in Deutschland zum Ziel haben. Erneuerbare Energien könnten in wenigen Jahren den dafür nötigen Ersatz liefern.

INFO

Umweltfakten zum Kraftwerk Jänschwalde
Eine Energiesparlampe darf maximal 2,5 mg Quecksilber enthalten. Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde emittiert pro Jahr so viel Quecksilber in die Luft wie maximal in 237 Millionen Energiesparlampen enthalten ist.
Die jährlichen Kohlendioxidemissionen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde würden ausreichen, um Berlin 13 Meter tief im Kohlendioxid versinken zu lassen.
Das Kraftwerke Jänschwalde erzeugte im Jahr 2010 rund 2,8 Prozent aller Kohlendioxidemissionen Deutschlands.
Das Kraftwerk Jänschwalde erzeugte im Jahr 2010 mehr als doppelt so viel Kohlendioxid wie ganz Kenia mit seinen 40 Millionen Einwohnern.
300 mg Quecksilber gelten als tödliche Dosis. Das Kraftwerk Jänschwalde emittiert pro Jahr rund 2 Millionen mal mehr.
Das Kraftwerk Jänschwalde ist für mehr als 10 Prozent der gesamten deutschen Quecksilberemissionen verantwortlich.


Berlin versinkt im CO2 - Die CO2-Emissionen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde würden ausreichen, um Berlin 13 m tief im CO2 versinken zu lassen.

Freisetzung von Schadstoffen des Kraftwerks Jänschwalde in die Luft
Kohlendioxid23 500 000 000 kg
Schwefeloxide21 400 000 kg
Stickoxide18 700 000 kg
Kohlenmonoxid14 000 000 kg
Feinstaub PM10573 000 kg
Distickoxid297 000 kg
Quecksilber592 kg
Blei316 kg
Nickel308 kg
Kupfer154 kg
Arsen129 kg
Stand 2010, Quelle: www.thru.de, Umweltbundesamt

Quellen:
Greenpeace: Tod aus dem Schlot - Wie Kohlekraftwerke unsere Gesundheit ruinieren. Greenpeace, Hamburg, 2013.
Umweltbundesamt: Daten zur Umwelt - Schwermetalldepositionen. www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de, abgerufen am 07.04.2013
Umweltbundesamt: Kohlendioxid-Emissionen des deutschen Strommix 1990-2010 und erste Schätzungen 2011. UBA, Dessau, 2012.
Umweltbundesamt: Schadstoffdatenbank thru.de. www.thru.de, abgerufen am 07.04.2013

© 04/2013 by Volker Quaschning


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