Home
 News
 Publikationen
 Informativ
    Interviews
    Online-Artikel  
    Statistiken
    Grafiken
    FAQ
    Fotos
    Downloads
 Interaktiv
 Hüters Corner
 Über mich
 English
 mobile Version

Drucken Suchen RSS-Feed

XING LinkedIn Facebook Twitter Google+


  
Zeitschrift Joule
Das EEG muss weg

erschienen in der Zeitschrift joule 4/2016, S.25.
INFO

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Deutschland hatte seine große Zeit. Es war der Auslöser für den Boom Erneuerbarer Energien in Deutschland, hat die Photovoltaik weltweit konkurrenzfähig zu fossilen Kraftwerken gemacht und damit die beste Grundlage für einen erfolgreichen Klimaschutz gelegt.

Das ursprüngliche EEG hatte gerade einmal zwölf Paragrafen. Es war schlank, auch für den Laien verständlich und ermöglichte wirklich jedem eine schnelle und unbürokratische Errichtung Erneuerbarer Energieanlagen. Seit immer mehr Lobbyisten Hand an die Mutter der Förderung erneuerbarer Energien gelegt haben, ist das Gesetz zu einem wahren Monster verkommen. 104 Paragrafen – die auch Insider nicht mehr überblicken – zählte bereits die Fassung aus dem Jahr 2014.

Zwar wird auch dort unter den Zielen des EEG immer noch die nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung aufgeführt. Doch schon einen Absatz später widerspricht sich das Gesetz zum ersten Mal selbst: Mit den Ausbauzielen mit einem Anteil erneuerbarer Energien am Gesamt-Stromverbrauch von 40 bis 45 % bis zum Jahr 2025 hat Deutschland nicht die geringste Chance, den Pariser Klimaschutzverpflichtungen gerecht zu werden.

Die aktuellen Vorschläge zur Novellierung des EEG sprechen hinsichtlich der neuen Ziele eine klare Sprache: Mit Ausschreibungen und Eigenverbrauchsabgaben soll um jeden Preis verhindert werden, dass Erneuerbare Energien bis 2025 mehr als 45 % der Stromversorgung decken. Nur so haben viele alte Energieversorger mit ihrem Portfolio an fossilen Kraftwerken eine Überlebenschance.

Und weil man schon beim Ändern ist, werden Privatleute und kleine Investoren immer weiter aus dem Markt gedrängt. Wenn überhaupt, sollen künftig wieder die Großen das große Geschäft machen. Ich meine: Wir brauchen kein novelliertes Monster mit dem Tarnnamen EEG, das neben dem Klimaschutz auch noch die Zukunftschancen der Erneuerbaren Energiebranche in Deutschland verbaut und immer mehr Arbeitsplätze zerstört.

Verabschieden wir uns vom EEG und fordern ein Klimaschutzgesetz mit 100 % erneuerbaren Energien bis 2040 und zwar nicht nur bei der Stromerzeugung, sondern auch bei der Wärme- und Treibstoffversorgung. Und wenn der Klimaschutz angeblich so wichtig ist, warum steht er dann nicht schön längst im Grundgesetz? Dann könnten wir Bürger endlich juristisch gegen eine Politik vorgehen, die die Lebensgrundlagen unserer Kinder für die Geschäfte rückwärtsgewandter Lobbyisten und Unternehmen opfert.

Volker Quaschning


Auch einen Klick wert:
Web-Artikel von Volker Quaschning

Eine Vielzahl an Artikeln behandelt aktuelle Themen der Energiepolitik, des Klimaschutzes und des Einsatzes erneuerbarer Energien. mehr... 
Interviews von Volker Quaschning

In verschiedenen Print-, Radio- und TV-Interviews nimmt Volker Quaschning Stellung zu aktuellen Fragen über die Energiewende und eine klimaverträgliche Energieversorgung. mehr... 
Zusammenhang von Temperatur- und Meeresspiegelanstieg

Zwischen der letzten Eiszeit und dem Jahr 1750 sind die weltweiten Durchschnittstemperaturen gerade einmal um 3,5°C gestiegen. Zwischen 1750 und 2015 gab es einen weiteren rapiden Anstieg um gut 1°C. Vergleicht man den historischen Temperaturanstieg mit dem Meeresspiegelanstieg, verdeutlicht das die extremen Gefahren des aktuellen Klimawandels.  mehr... 
Video: Steigende EEG-Umlage: Können wir uns die Energiewende noch wirklich leisten?

Jedes Jahr im Oktober wird die EEG-Umlage neu festgelegt. Damit hat die Energiewende ein vermeintliches Preisschild und viele halten sie inzwischen für unbezahlbar. Doch sind nur die erneuerbaren Energien für die steigenden Preise verantwortlich, sind fossile Energien wirklich preiswerter und können wir uns die EEG-Umlage bald wirklich nicht mehr leisten?  mehr... 
Video: Energiewende im Wärmebereich

Nach der Stromversorgung ist der Wärmesektor der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Darum muss unsere Wärmeversorgung bis 2040 ganz ohne fossile Energieträger auskommen. Das bedeutet den schnellstmöglichen Abschied von der Öl- und Gasheizung. Die Zukunft liegt vor allem bei elektrischen Wärmesystemen, die mit Solar- und Windstrom versorgt werden.  mehr... 

 nach oben
Solaranlagen, Photovoltaik, Solarthermie Haftungsausschluss
Impressum

 Links
  Zeitschrift joule

 Zum Thema
  Nun rettet doch endlich den Planeten
  Elektropanzer statt Innovationen und Klimaschutz
  Der Smartmeterwahn
  Sind wir nicht auch alle Volkswagen?

 Videos
  Nun rettet doch endlich den Planeten
  Elektropanzer statt Innovationen und Klimaschutz